Was hilft wirklich gegen Mitesser?
01. Juni 2016
10 Uhr
Hartnäckige schwarze Punkte in verstopften Poren sind keine Frage des Alters. Auch bei Erwachsenen nisten sich die nervigen Dinger ein. Wie man sie loswird? Mit einem Gel, der richtigen Rasurtechnik und bestimmten Obstsorten

Als Beauty-Redakteur ist man auf Parties ein gerne gesehener Gast. Weil völlig wildfremde Menschen endlich mal alle Fragen loswerden können, die sie so umtreiben. Welcher Duft steht mir? Welche Hautcreme ist die beste? Was hilft gegen Augenringe? Eine Frau hat sogar mal ihren Pulli hochgezogen, um mir eine „merkwürdige“ Stelle am Bauch hinzuhalten – und fragte, ob ich weiß was das ist. Die derzeit mit Abstand aber am häufigsten gestellte Frage von Männern wie Frauen ist: „Was hilft gegen Mitesser und riesen Poren?“

Und das zeugt auch von einer Bewußtseinsänderung der Männer: Plötzlich will der Kerl sich nicht mehr nur wohlfühlen in seiner Haut, er will auch, dass die Haut gut auf andere wirkt. Die Beweggründe sind nachhaltig erforscht: Wer besser aussieht, kommt besser an. Beim Date und im Job. Und dass ein fettig glänzendes Gesicht oder kraterähnliche Löcher auf Wangen und Nase nicht mit Werten wie Kompetenz oder Sympathie assoziiert werden, hat sich mittlerweile herumgesprochen.

Problem: Vergrößerte Poren
Hier gilt ganz klar: Die Gesichtskrater sind eine Altersfrage, denn sie werden im Laufe des Lebens immer größer. Oft treten sie vor allem an den Hautstellen auf, an denen viel Fett produziert wird – etwa Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Das dort im Überschuß liegende Öl verbackt sich mit losen Hautschuppen und Schmutzpartikeln, dehnt sich aus wie ein vollgesogener Schwamm und weitet so die Poren aus. Mit dem Älterwerden erschlaffen die elastischen Fasern im Gewebe, der Teint verliert an Festigkeit. Die Schwerkraft zieht die Haut zusätzlich nach unten, das führt dazu, dass Poren immer weiter ausleiern. Daher der simple Schluss: Dynamisches, frisches Aussehen wird auch mit glatter Haut ohne groß sichtbare Poren assoziiert. Typisch männlich ist das Problem der trockenen, verstopften Poren: Augrund eines Regulierungsdefektes in der äußersten Epidermisschicht („Stratum Corneum“) sammeln sich rund um die Poren Zellen an und verstopfen sie. Durch diese Fehlfunktion der natürlichen Abschuppung entstehen Unebenmäßigkeiten, die Sichtbarkeit der Poren wird erhöht und die Haut wirkt rauer, fahler. Kommt dazu noch eine übermäßige Sebumproduktion, bilden sich Propfen in den Poren, die Haut verstopft und bildet Mitesser oder Pickel.

Deswegen beugen kosmetische Mittel, die fettige Haut bekämpfen, gleichzeitig immer auch großen Poren vor. Ist die Gesichtspflege außerdem mit adstringierenden, also zusammenziehenden Wirkstoffen angereichert, kann eine sichtbare Verkleinerung der Poren erzielt werden. Haken: einmal ausgeleierte Poren verschwinden nie wieder. Man kann sie nur durch tägliche Pflege kleiner wirken lassen. Der Effekt ist nur vorrübergehend. In Härtefällen kann nur der Dermatologe mit speziellen Profi-Peelings („Mikrodermabrasion“) die oberste Hautschicht mit feinsten Mikrokristallen oder chemischen Texturen abschilfern, also das Hautbild für längere Zeit verfeinern. Aber bevor man diesen Schritt geht, helfen diese Tipps, fettige Haut, große Poren und Mitesser im Zaum zu halten.

1: Favorit der GQ-Redaktion:
Ein französisches SOS-Gel mit Algenextrakt klärt die Haut mit Zink im Nu. Hyaluronsäure spendet extrem viel Feuchtigkeit, so dass die Haut ein bisschen aufgepolstert, sprich glatter, wirkt. Derzeit das beste Zeug auf dem Markt, um Mitesser in Rekordzeit in den Griff zu bekommen – vor allem, wenn man es punktgenau morgens und (!) abends aufträgt. Haken daran: Wenn man – typisch männlich – dann mit dem Cremen wieder aufhört, weil die Haut besser aussieht, kommen die Mitesser zurück. Eine Langzeit-Garantie kann das Produkt logischerweise nicht geben.
Name: „Correcteur Imperfections“, von Thalgo (hier klicken)

2. Gründlich reinigen
Zweimal täglich das Gesicht waschen ist Pflicht. Ideal sind seifenfreie Produkte. Denn bei der Reinigung mit herkömmlicher Seife können freie Fettsäuren auf der Haut liegenbleiben, die Mitesser verursachen. Gut geeignet ist Reinigungsmilch.

3. Gesichtswasser verwenden
Nach der Reinigung ein klärendes Gesichtswasser auftragen, das alle Rückstände des Reinigungsmittels und von kalkhaltigem Wasser entfernt. Ideal sind solche mit desinfizerenden Wirkstoffen wie Zink.

4. Regelmäßig peelen
Ein sogenanntes „Scrub“ entfernt lose Hautschuppen und hilft dabei, Poren zu öffnen, so dass überschüssiger Talg abfließen kann. Wichtig: die mechanische Reizung führt leider auch zu mehr Sebum-Produktion. Deswegen nicht übertreiben, zweimal die Woche ein Peeling ist die perfekte Dosis.

5. Auf Trockenrasur umsteigen
Der E-Shaver reizt die Haut weniger, da das Barthaar nur an der Oberfläche erfasst und abgehobelt wird. Eine Klinge, die über die Haut schabt oder ein Rasierpinsel, der die Haut kräftig massiert, wertet die Haut als Angriff und antwortet darauf wiederum mit stärkerer Fett-Produktion.

6. Obst essen gegen XXL-Poren
Vitaminhaltige Zitrusfrüchte festigen die Haut von innen – also auch die Poren-Wände. Gleichzeitig wirken sie anti-oxidativ, beugen also zusätzlich der Faltenentstehung vor.

7. Auf „böse“ Kohlenhydrate verzichten
Hoch-glykämische Kohlenhydrate erhöhen den Blutzuckerspiegel und damit die Insulinproduktion. Durch diesen Prozess werden aber auch Hormone beeinflusst, die zu einer erhöhten Fettproduktion der Haut und verstopften Poren führen. Also möglichst auf Süßes, Kuchen, Brot & Backwaren verzichten – und dafür mehr Gemüse essen.

Aufmacher-Bild©GettyImages