Gegen Rasurbrand – Part II
23. März 2016
11 Uhr
Die letzten Jahre ging ja nichts ohne Bart. Schaut man sich alleine nur mal die TV-Helden an, von „Sons of Anarchy“ bis „True Detective“ – der gewollt unseriöse Freigeist war „in“. Langsam ändert sich das. Die Männlichkeit kehrt wieder zurück zum Clean Cut. Perfekt glatt rasiert oder maximal drei Tage lang als modisches Statement. Kann man auch im Fernsehen erleben: „Lucifer“, „The Catch“, „Containment“ – überall wollen Männer wieder geordneter, jünger, glattrasiert aussehen. Und ganz nebenbei: Studien zufolge bevorzugen fast drei Viertel der europäischen Frauen glatt rasierte Männer. Nur, was hilft, wenn beim Kahlschlag die Haut zickig reagiert und mit Rötungen, Brennen oder Pickeln antwortet? Dann könnte es an einem dieser Fehler liegen:

N°1: Zeitmanagement
Eine Nassrasur ist nichts, was schnell geht. Also morgens genug Zeit einplanen, denn wer hudelt erntet Sturm. Am besten Gesicht und Hals erstmal dick einschäumen und dabei entspannt zu einer Tasse Kaffee die Morgen-Korrespondenz abarbeiten. Der Rasierschaum sollte ein paar Minuten einwirken (auf neudeutsch: zwei, drei whatsapp-Nachrichten lang), denn nur dann stellen sich die Gesichtsstoppel auf und können gründlich abgehobelt werden. Aber auch während der Rasur Ruhe bewahren: Ein häufiger Fehler ist, dass Männer den Rasierapparat nur kurz unter den Wasserhahn halten, das soll reichen. Ist aber falsch. Die Klingen müssen während der Rasur immer wieder gründlich (!) unter fließendem Wasser von Schaum und verklebten Haaren gereinigt werden. Sonst reißt der Shaver die Haare mehr aus dem Gesicht, als sie abzurasieren. Zur Reinigung aber auf mechanische Hilfe, z. B. eine Nagelbürste, verzichten, sonst nutzen sich die hauchdünnen Klingen zu schnell ab. Übrigens: Die Worte „open cartridge“ auf der Packung geben an, dass man Klingen gut von oben reinigen kann. Darauf achten!

N°2: Equipment
Das Wort Rasur kommt aus dem Lateinischen und bedeutet schaben. Das haben unsere Vorfahren nämlich gemacht – sich die Wangen mit Feuersteinen oder Bimsstein glatt gekratzt. Komfortabler wurde die Sache erst 1901, als der amerikanische Erfinder King Camp Gillette sich den Rasierhobel mit Wegwerfklinge ausdachte. Seitdem hat sich viel getan, die Klingen werden immer feiner, schärfer, perfekter. Und wie ich in meinem Video erklärt habe, hat Gillette jetzt noch einmal eine Schippe oben drauf gepackt und eine neue Erkenntnis eingearbeitet, nämlich dass ein Großteil der täglichen Rasierzüge Wiederholungstäter sind!
Man schabt also mehrmals über Haut, die bereits einmal abgezogen wurde und auf der jetzt kein Rasierschaum mehr für das unfallfreie schonende Rasieren sorgt. Ergo: Rasurbrand-Gefahr! Der neue „Gillette ProShield“-Rasierer hat eine simple wie geniale Idee gegenzusetzen: Zwei LubraStripes, je einen VOR und NACH den Klingen. Das sind übrigens die gelben Depot-Streifen auf dem Foto oben, rund um die Klingen. So schützt der Rasierer die Haut bereits vor jedem Rasierzug und beugt Irritationen oder Rötungen vor, und ermöglichtein sanfteres Gleiten der Rasierklingen – auch wenn der Rasierschaum schon teilweise weggeschabt wurde. Ich habe den gelb-silbernen Shaver schonmal getestet und bin tatsächlich ohne Blessuren davongekommen. Gerade am Kinn und im Halsbereich neige ich total zu juckenden Rötungen nach dem Rasieren. Um die Mundwinkel – wieso auch immer genau dort – bilden sich nach der Nassrasur manchmal unangenehme Pickelchen. Aber siehe da: Läuft. Und zwar glatt. Ohne Brennen. Wer also tatsächlich wie ich manchmal empfindlich auf die Nassrasur reagiert, sollte schlichtweg mal den Rasierer wechseln.

N°3: Spurwechsel
Wenn die Rasierklinge scharf ist und der Schaum genug Zeit hatte um gründlich auf die Haut einzuwirken, gibt es während der Rasur eigentlich nur noch eine Regel zu beachten: Nicht gegen den Strich rasieren. Die Rasur entgegen der Richtung des Haarwuchses ist vermutlich die häufigste Ursache für Rasurbrand nach der Rasur. Für viele Männer fühlt sich die Rasur gegen den Strich im ersten Moment gründlicher an, doch dadurch kann es passieren, dass Barthaare unter der Haut weiterwachsen und Entzündungen verursachen. Besonders für Männer mit krausen Barthaaren und sensibler Gesichtshaut kann das sehr schnell zu einem Problem werden.

N°4: Nachbehandlung
Die deutschen Männer lieben Aftershave. Es soll gut riechen, aber auch erfrischen, klären, pflegen. Zu Recht, denn morgens, wenn die Haut noch im Nachtmodus ist, bedeutet die Rasur Stress. Sie führt zu Mikroverletzungen und lässt die Haut austrocknen. Aber was zeichnet ein gutes Rasierwasser aus? Es sollte wenig Alkohol enthalten. Der desinfiziert zwar, entfettet die Haut aber auch. Dadurch rötet sie sich, trocknet noch mehr aus und spannt. Sogar mehr Pickel können die Antwort auf zu scharfes Rasierwasser sein. Die neue Generation der Aftershave-Lotions belebt mit Vitaminen und Koffein statt mit Unmengen von Alkohol. Außerdem schützt die Rezeptur vor dem Austrocknen und löscht Rasurbrand.