Was hält uns WIRKLICH jung?
09. August 2016
17 Uhr
Gut aussehende Männer haben es einfacher im Leben. Das ist nicht nur gefühlte Wahrheit, sondern bewiesen. Sie verdienen im Beruf mehr Geld, werden für kompetenter gehalten, und bekommen bei einer Gerichtsverurteilung mildere Strafen. Studien zufolge dürfen gut aussehende Fußballer sogar öfters auf das Spielfeld als mittelmäßig aussehende Teamkollegen. Übrigens: Je höher Männer in der gesellschaftlichen Hierarchie aufsteigen, umso wichtiger wird ihr Aussehen, konnte der Wiener Soziologe Otto Penz belegen. Für Frauen dagegen wird auf der Karriereleiter nach oben die eigene Attraktivität unwichtiger. Dementsprechend verwundert es nicht, dass wir Männer bereit sind, viel Geld in unser Aussehen zu investieren. Die Ausgaben von Männern für Anti-Aging-Kosmetik werden weltweit auf über 115 Milliarden Dollar beziffert. Zu Recht: Während Frauen irgendwann in die Menopause rutschen, kommen auch Männer in die Wechseljahre – und diese zeichnen sich auch auf der Haut ab. Doch in vielen Köpfen hält sich die Frage: Ist das nicht alles Quatsch? Was soll eine Creme schon bringen, in der die Wirkstoffe so niedrig dosiert sind – sonst wäre die Creme ja verschreibungspflichtig. Was hilft also, cremen oder gelassen bleiben?

Testosteron als Triebfeder der männlichen Attraktivität
Biologisch ist der Mann darauf ausgelegt, seine Gene in die nächste Generation weiterzutragen. Ab Mitte 30 sollte dieser Auftrag erledigt sein, und der Körper beginnt, so hart es klingt, abzubauen. Die nun folgenden Mechanismen sind ausufernd untersucht: Freie Radikale greifen unsere Zellstrukturen an, chronische, unbemerkte Entzündungen lassen Körper und Haut langsam altern, Anti-Aging-Mediziner sprechen hier von der „Silent Inflammation“. Durch Hormonmangel verliert das Gewebe an Elastizität und Feuchtigkeit, Zellen sterben ab, der Stoffwechsel kann überschüssiges Fett weniger verarbeiten. Kurz zusammengefasst: Wir bekommen Falten, schlaffe Haut, einen Bauch und Tränensäcke. Schuld ist unter anderem der Rückgang des Hormones Testosteron. Schon etwa mit 30 Jahren beginnt sein Spiegel zu sinken. Haben Männer die 45 erreicht, kann es sogar zu einem Testosteronmangel kommen - die Medizin nennt das „Andropause“. Dafür steigt der Kortisol-Spiegel, das sogenannte Stresshormon stetig an. Es st übrigens das einzige Hormon, dessen Spiegel in den Wechseljahren des Mannes steigt, statt zu sinken. Im Gegensatz zur Menopause der Frau aber geht beim Mann die Hormonproduktion aber nicht schlagartig zurück. Vielmehr sinkt die Ausschüttung des Geschlechtshormons kontinuierlich. Klar, das Absinken des Testosteronspiegels gehört für uns Kerle zum ganz normalen Alterungsprozess. Aber leider bringt er verdammt fiese Nebenerscheinungen mit sich: Muskelmasse, Körperkraft und Knochendichte lassen drastisch nach. Und erst die Haut! Während normalerweise – normal hier im Sinne von jugendlich-fit – Testosteron die Talgdrüsen zur Produktion von Hautfett anregt, sie also geschmeidig hält, gehen auf unsere alten Tage Feuchtigkeitsspeicher und Talgproduktion zurück, die Haut trocknet de facto langsam aus, Haare wachsen spärlicher oder zumindest langsamer, Mimikfalten und grau-fahle Stellen machen sich breit. Und, worst case überhaupt, aber dank Schwerkraft und Hormonmangel leider unvermeidlich: das Gewebe sackt von den Wangen abwärts. Danke dafür.

So kontern Sie den Wechseljahren – sprich:
Acht Strategien, um den Testosteronverfall auszubremsen


1. Weniger Fett essen
Denn weniger Fett bedeutet auch: weniger schädliche freie Radikale. Freie Radikale, also instabile Moleküle, sind der Auslöser der „Silent Inflammation“, der Entzündungsprozesse in Haut und Körper. Als besonders wichtig gilt die Vermeidung üppiger Abendmahlzeiten. Stattdessen ist es wichtig, natürliche Radikalenfänger zu sich zu nehmen, die gegen Freie Radikale ankämpfen – also statt Getreide, Kohlenhydrate und Fette lieber mehr Früchte, Fisch, Nüsse, Früchte und Gemüse essen. Und: Fleisch in Maßen ist erlaubt, sogar gut gegen den Testosteron-Verfall. Denn Englische Forscher der University of Worcester haben herausgefunden: Je proteinärmer sich Männer ernähren, desto mehr „Globuline“ (spezielle Eiweißverbindungen) schwimmen im Blut – und das sind genau jene, die das Testosteron aus dem Verkehr ziehen. Wirken können im Körper lediglich freie Hormonmoleküle und nicht
die an Globulin gebundenen.

2. Sport treiben
Sport ist ein äußerst wirksames Mittel gegen vorzeitiges Altern. Wer dreimal pro Woche über jeweils 20 bis 30 Minuten durch sportliche Aktivität ins Schwitzen kommt, verbessert die Sauerstoffzufuhr in die Zellen – auch in der Haut – und sorgt für den notwendigen Abtransport von Zellschadstoffen. Außerdem: Je dicker der Bauch, desto niedriger ist der Testosteron-Spiegel – so das Ergebnis zahlreicher Studien. Denn das Fettgewebe ist selbst eine Hormonfabrik, es produziert aber die falschen Hormone, baut männliche zu weiblichen um.

3. Mehr schlafen
Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist von hoher Bedeutung für die Leistungsfähigkeit und die Vermeidung vorzeitigen Alterns. Tiefschlaf und Traumschlaf sind gleichermaßen wichtig für die Erholung. Ein- und Durchschlafstörungen sollten behandelt werden, bevor sie chronisch auftreten. Bei trockener Haut helfen außerdem Nachtcremes (z.B. von Vichy, siehe Produkt-Tipps, die hauteigenen reperaturvorgänge, die im Schlaf abgewickelt werden, zu unterstützen).

4. Sonnenschutz auftragen
Jahrelange intensive Sonnenbestrahlung führt zu einer stark beschleunigten Hautalterung. Der Sonnenbrand erzeugt große Mengen freier Radikale und bedeutet erheblich Stress. Die UV - Strahlung schädigt das unter der Haut liegende Bindegewebe irreparabel; vorzeitige Faltenbildung ist die Folge. Und das nicht nur im Sommer draußen. Auch an bewölkten Tagen oder im Büro liegt die Hautbelastung noch bei xx Prozent.

5. Actionfilme gucken
Diese steigern nämlich tatsächlich den Testosteron-Spiegel. Das konnte ein US-Forscherteam der University of Michigan zeigen. Romantische Filme führten dagegen nur zu mehr Progesteron. Expendables, Mission Impossible, X-Men – alles gut gegen die Wechseljahre.

5. Weniger Alkohol trinken
In Maßen genossen mag Alkohol sogar zur Lebensverlängerung beitragen. Allerdings ist die Grenze, ab der Alkoholkonsum mehr schadet als nutzt, relativ niedrig: bereits mit einem halben Liter Bier oder einem Viertelliter Wein pro Tag ist die auf Dauer die schädlich Grenze von 20 Gramm reinem Alkohols überschritten.

6. Nie wieder rauchen

Mehr als 8.000 Substanzen stecken in jeder einzelnen Zigarette. Die weitaus meisten davon schaden der Gesundheit. Zudem lassen viele von ihnen die Haut sichtbar altern. So kommt es, dass starke Raucher schon in relativ jungen Jahren mitunter zehn Jahre älter aussehen, als sie tatsächlich sind. Verantwortlich für diesen Effekt ist insbesondere der Abbau von Kollagenfasern in der Haut, der durch das Nikotin gefördert wird. Das im Rauch der Zigarette enthaltene Kohlenmonoxid verschlechtert außerdem die Durchblutung der Haut. Die Effekte spiegeln sich nicht nur in einer sichtbaren Alterung wider, sondern zum Beispiel auch in einer schlechteren Wundheilung.

7. Stress vermeiden
Zuviel Hektik und Stress, insbesondere ein anhaltender negativ besetzter Stress, ist ein wesentlicher Krankheits- und Alterungsfaktor. Ein ausgeglichener Lebensstil sowie eine erfüllte Partnerschaft bauen nachweislich Stress ab und wirken lebensverlängernd. Zwar ist die Datenlage insgesamt noch recht dünn, aber es gibt immer mehr Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Stress und Haut – sogar Hautkrankheiten. So beobachteten japanische Wissenschaftler nach dem schweren Erdbeben von Kobe 1995, dass sich bei fast 40 Prozent der rund 1500 Neurodermitiker, die in der Region lebten, die Krankheit massiv verschlimmerte.

8. Mehr Sex haben
Zwar fällt der Testosteron-Spiegel kurzfristig ab, nach befriedigendem Sex – deswegen haben Profi-Fußballer vor wichtigen Spielen eine Liebes-Sperre. Aber nach mehrwöchiger Enthaltsamkeit sinkt der Testosteronspiegel dauerhaft. Optimal ist dreimal die Woche sex, sagen Anti-Aging-Mediziner. Eine schottische Studie der Universität Edinburgh besagt: Wer sich dreimal die Woche in den Laken wälze, sehe angeblich vier Jahre jünger aus. Zudem werde das Immunsystem gestärkt und die Gefahr für Herzkrankheiten verringert.