Warum Mittagspause schön macht
20. Juni 2016
11 Uhr
Schon klar - die böse Sonne. Ihre Strahlen haben ein schlechteres Image als ein durchschnittlicher nordkoreanischer Diktator. Und dann scheint die aktuell noch nicht mal, vor lauter Regen. Deswegen ist es gerade jetzt so wichtig, jeden Sonnenstrahl zu erwischen, den man kriegen kann. Ein Plädoyer an alle Schreibtisch-Hengste, mittags rauszugehen um besser auszusehen. Und gesünder zu leben-.

1. Das Sonnen-Vitamin tanken
Vitamin D ist das einzige Vitamin, das vom Körper selbst gebildet werden kann. Dazu benötigt er Sonnenlicht, genauer gesagt: UV-B-Strahlen regen die Hautzellen an, es zu produzieren. Denn über die Nahrung kann nur ein kleiner Teil dieses Allround-Talentes geliefert werden, der bei Kindern wichtig ist für den Skelettaufbau und bei Erwachsenen für die Knochendichte. Außerdem sorgt Vitamin D für einen verbesserten Muskelaufbau und stärkt das Immunsystem. Wer sich jetzt im Büro oder Wohnzimmer nach einem Fensterplatz umschaut, der wird aber leider enttäuscht werden. Fensterglas blockt UV-B. also: ab ins Freie! In Deutschland verfügt die Sonne vor allem zwischen April (haha, kleiner Scherz) und September (schon eher) über genug Power, um die Vitamin-Bildung anzukurbeln. Faustregel: Wenn der Schatten deines Körpers kleiner ist als Deine tatsächliche Körpergröße, sollte man die Sonnenenergie ausnutzen, denn dann ist ihre Kraft groß genug, um Vitamin D zu bilden. Dazu reicht etwa schon eine Viertelstunde auf Gesicht, Hände und Unteramre, um mehrere Tausend Einheiten Vitamin D zu produzieren. Allerdings sollte man dann an diesen stellen keine Sonnencreme benutzen, denn der Lichtschutzfaktor hemmt die UV-B-Strahlen. Um trotzdem keinen Sonnenbrand zu riskieren, sollte man den direkten Beschuß während der UV-Primetime zwischen 12 und 16 Uhr meiden. Wie das zusammengeht? Ganz easy: Schon die Strahlen, die der Boden reflektiert, wenn man im Schatten sitzt, reichen aus, um die Vitamin-Produktion anzukurbeln.
Und, gut zu wissen: Der Körper kann Vitamin D speichern! Wer also bis September genug Sonne tankt, hat seine Vitamin-Vorräte für den Winter aufgefüllt.

2. Durch die Augen ins Gehirn
Über die Netzhaut der Augen gelangt das Licht zu einem kleinen Bereich über der Kreuzung der Sehnerven. Dieses Nervengeflecht verarbeitet die Lichtreize und leitet sie zur Zirbeldrüse weiter und kann uns so in ein Stimmungshoch versetzen. Denn kommt viel Licht im Gehirn an, veranlasst es die Produktion des Glückshormons Serotonin. Es sorgt dafür, dass wir freundlicher zu anderen Menschen werden und mehr Geduld haben. Außerdem fliegen Endorphine hoch, die den Winterblues endgültig vertreiben und uns aktiver werden lassen. Endorphine werden übrigens auch bei Sportlern freigesetzt, dieses Phänomen nennt man „Runners High“. Wer also bei schönem Wetter joggen geht, kassiert die doppelte Portion Glücksgefühle. Und wer mittags schnell im Freien luncht, sollte dafür die Sonnenbrille ruhig kurz mal absetzen. Denn sie schützt zwar vor UV-Strahlung, reduziert aber eben auch die lichtbedingte Ausschüttung der Glückshormone.

Aufmacherbild@GettyImages