Von Pudeln und Männern
20. Mai 2016
14 Uhr
Angeblich ist wieder einmal „Game of Thrones“ schuld. Wollten die letzten zwei Jahre Frauen aussehen wie die Khaleesi, dreht sich jetzt der Wind und föhnt den Kerlen unter uns einen neuen Trend ins Gesicht: Locken wie Jon Snow. Soll man oder nicht? Eine Analyse.


Ludwig der 14. trug sie, Tom Jones auch. Und jetzt neuerdings wieder immer mehr Männer. Das Gute an Instagram ist ja, dass man quasi live zugeschaltet ist, wenn sich ein Trend entwickelt. Sonst würde mir wahrscheinlich kein Mensch glauben, dass die Dauerwelle ein mittelgroßes Comeback erlebt – siehe Bild oben links in der Leiste, oder auf Insta: Unter dem Hashtag #manperms sieht man Männer mit Lockenwicklern. Gruselig? Ja. Aber die Dinger kommen ja nur einmal im Frisiersalon auf den Kopf, damit läuft man ja nicht in der Öffentlichkeit rum. Was bleibt, nach einem mehrstündigen Friseur-Marathon ist eine volle Lockenpracht wie Kit Harington aka Jon Snow. Übrigens bieten weltweit mittlerweile viele Barbershops den Service an, also tatsächlich die Maximal-Distanz zu jenen tantigen Friseuren, die sonst Omas Haar hübsch betonieren. Und wie immer gilt: Was aus einem Barbershop kommt, ist gut. Und „in“.

Wem steht’s?
Die Farbe entscheidet zu allererstmal. Denn: Dunkle, dicke Locken gehen in jedem Alter. Blonde Locken dagegen stehen definitv nur Kerlen, die gerade noch als Sunnyboy oder Surfer durchgehen, mit malibubrauner Haut und einem Ausweis, der eine Geburt nach 1990 attestiert. Blonde Locken und knittrige Haut sind eine Kombi, so ungut wie ein Trenchcoat im Park und ein Lolli in der Hand.

Die zweite Bedingung knüpft fast direkt an die phänomenologische Typologie von „Game of Thrones’“ Jon Snow an: Dunkle, geheimnisvolle, halbwegs durchtrainierte Typen mit starker Ausstrahlung – go for it! Oder anders gesagt: Übergewichtige, Unsportliche, Schüchterne, Rundgesichter, Hippies, Nerds, Ökos – keinem von denen wird der Look stehen.


Wie geht’s?
Wer mittellanges, sehr dichtes Haar hat, lässt sich beim Friseur Lockenwickler eindrehen. Die kleinsten Wickler funktionieren schon ab 3-4 cm, dicke Wickler brauchen 12 cm Mindestlänge. Um so größer der Lockenwickler im Durchmesser ist, desto größer werden am Ende die Locken – für den Kit-Harington-Look sind mittel-große Rollen ideal. Der Clou für dauerhafte Fixierung der „Waves“ ist dann die chemische Versiegelung. Diese formt das Haar für die nächste Zeit, macht das Haar aber porös, stresst es sozusagen. Deswegen nach dem Prozedere in den kommenden Wochen in Pflege investieren: Ein Conditioner macht beim waschen das Haar leichter kämmbar und spendet Feuchtigkeit, einmal die Woche darf es ruhig mit einer hochkonzentrierten Kurpackung gepimpt werden. Nach jeder Wäsche mit einem Kamm mit großen Zinken statt mit einer Bürste durchstriegeln. Und: Die erste Haarwäsche nach dem „man perm“ erst nach drei Tagen einlegen, so halten die neuen Locken länger.


Fazit?
Trend ist nunmal Trend. Und auch wenn sich der Lockenlook nicht zum Meaghype entwickeln wird, gilt: wer Bock auf eine Typveränderung hat, kann sich die Haare jetzt ruhig mal eindrehen. Tough guys – gerne mit Dreitagbart – müssen nicht befürchten, dass es affig aussieht. Aber nicht vergessen: Vorher-Nachher-Bilder und die Behandlung sofort auf Instagram teilen! Wenn man schon „in“ ist, soll es ruhig jeder wissen.