Trainieren mit der Apple Watch
02. Mai 2016
13 Uhr
Gewichte stemmen kann ja jeder. Aber mit einer Apple Watch den Weg zur Traumfigur zu suchen ist der neueste heiße Scheiß. Vier Apps, die das Zeug haben, aus jedem Sportmuffel einen Mr.Sexy zu machen

1. Der Einstieg in die Fitness-Welt der Apple Watch
Bereits vorinstalliert: Der Aktivitäten-Check

Bevor irgendjemand darüber nachdenkt, ob er eine Fitness-App auf seiner Apple Watch braucht, sollte er sich erstmal mit „Aktivitäten“ anfreunden. Diese kleine Anwendung ist so etwas wie das Teufelchen auf der eigenen Schulter. Es beobachtet uns sozusagen den ganzen Tag, und mault, wenn wir etwas falsch machen. Konkret heißt das: Man gibt in der App einmal sein Kalorienziel an (wie viele Kalorien man am Tag etwa verbrennen möchte), dann protokolliert die App jede Bewegung seines Trägers (ergo nur, wenn man sie am Handgelenk trägt).
Die Idee:
Wirklich um Sport geht es hier gar nicht, sondern darum, nicht zu inaktiv zu sein. Die App versucht zum Beispiel, den Träger immer wieder zu ermuntern mal eine Minute lang zu stehen, sich etwas zu bewegen, wenn man zu lange stillsaß. Dabei geht das Ganze weit über einen normalen Schrittzähler hinaus...
Auf der Apple Watch:
Hübsch übersichtlich in einem Kreis zeigt die Apple Watch, wie viel man sich bewegt hat (langsames Herumgehen, etc.) wie lange/viel man „trainiert hat“ (dazu zählt etwa Treppensteigen und schnelles gehen), oder wie viel man gestanden hat. Im Mix kann man so auf einen Blick erkennen, dass man zum Beispiel als Schreibtischtäter zu lange vor dem PC gesessen hat und abends vielleicht eine Station früher aus der Bahn klettert, um den Rest des Heimwegs zu fuß zurückzulegen. Denn: es müssen nicht jeden Tag 10.000 Schritte sein, aber umso mehr man zu Fuß geht, desto mehr werden Organe durchblutet, auch das Gehirn. Man trainiert den Stoffwechsel und die Gefäße, steigert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem.
Fazit:
Ob man die Kalorienanzeige braucht, die in der App integriert ist, finde ich jetzt fragwürdig, denn hier geht es nicht darum, mehr Kalorien zu verbraten, sondern darum ein Gefühl dafür zu kriegen, wie inaktiv man manchmal ist... aber summa summarum ist die App auf der Apple Watch ein super Einstieg, um sich daran zu gewöhnen, dass man jetzt sportlicher werden möchte! Immerhin, so munkelt man in Gadget-Fan-Kreisen ist „Schritte zählen“ das neue „Kalorien zählen“.


2. Für Faule und Noch-Unsportliche:
Das gesamte „Seven“-Programm ist ja schon des längeren extrem beliebt bei allen Couch-Potatoes, da es verspricht, in nur sieben Minuten am Tag in jedem Sportmuffel den darin versteckten Traumkörper zu finden und zu Tage zu fördern. Und ganz im Ernst: sieben Minuten daily, das kriegt selbst der unsportlichste noch hin!
Die Idee:
In sieben Minuten absolviert man ein simples aber Stoffwechsel-anheizendes Zirkeltraining, das man ganz easy zuhause ohne Geräte absolvieren kann, also etwa mit Kniebeugen, Hampelmännern und Liegestützen.
Auf der Apple Watch:
die App ist super-schlicht, nahezu minimalistisch. Man startet das Workout, ganz hübsch animierte Avatare machen jede Übung vor, dazu läuft ein Zeit-Tacho runter, der angibt, wie lange man noch durchhalten muss. Während des Trainings wird man außerdem noch von verschiedenen Motivationscoaches angefeuert (etwa von einem Hippie, oder einem Drill-Commander).
Fazit:
Für alle Einsteiger, die sich seit Jahren nicht mehr bewegt haben ein toller Anfang, der den Körper erst mal daran gewöhnt, wieder regelmäßig gefordert zu werden. Den Weg zum beach-super-body findet man hier aber nicht, dafür wird man an Ernährung und letztendlich längeren Sporteinheiten nicht vorbei kommen.
Hier im App-Store:
https://itunes.apple.com/de/app/7-minuten-training-seven-mit/id650276551?mt=8&ign-mpt=uo%3D4

3. Schon etwas Anspruchsvoller:
Für die ewig währende Mission, sich ein Sixpack zuzulegen

Auch „Runtastic“ ist, genau wie „Seven“, längst zur Marke geworden, Erklärungen überflüssig. Was aber vielleicht nicht jeder weiß: Die beste Jogging-App hat ihr Konsumentenfeld erweitert und bietet mittlerweile auch eine App für den Waschbrettbauch an. Und die gibt es nun auch für die Apple Watch.
Die Idee:
Eine ganze Bibliothek ausgefeilter Mini-Übungen, die (logisch) alle auf die Bauchmuskeln abzielen. In der gratis-Version enthalten sind zwar nur ein paar wenige Basisübungen und ein 10-Tages-Trainigsplan, aber um ein Gefühl für sein eigenes Durchhaltevermögen zu bekommen ist es ganz gut. Wer will kann dann auf die Vollversion upgraden und richtig Gas geben. Ein Workout dauert je nach Trainigsplan von nur ein paar Minuten bis zur knappen Dreiviertelstunde für die ganz Harten.
Auf der Apple Watch:
Auf der Uhr lässt sich das Workout starten, die jeweiligen Übungen werden als simple Animationen vorgeturnt. Viele Kritiken im Netz beschweren sich, das sei unausgereift. Meiner Meinung nach ist es aber doch genau das, was man braucht. App starten, Übungen nach turnen. Bewegungssender oder Herzfrequenzmesser braucht kein Mensch, um Sit-Ups zu absolvieren.
Fazit:
Derzeit (vor allem in der Voll-Version) die schlichtweg beste App, um zuhause gezielt Bauchmuskeln zu trainieren. Aber, Anfänger, Sportmuffel, schwer übergewichtige und Faulenzer können sich die App sparen. Gezielt ein Sixpack antrainieren, ohne anderen Sport zu machen, seine Ernährung umzustellen und generell Fitness-Fan zu werden, kann nicht funktionieren. Auch mit einer Apple Watch nicht. Für all diejenigen, die schon gesund leben und viel Sport machen, ist die App eine tolle Ergänzung um zuhause noch am Traumkörper zu feilen.
Hier im App-Store:
https://itunes.apple.com/de/app/runtastic-six-pack-bauchmuskeltraining/id685857245?mt=8

4. Für alle, die es wirklich ernst meinen
Auch für die Fleißigen unter uns, die ihre Zeit von nun an tatsächlich in einem Fitnesstudio verbringen möchten, hat die Apple Watch echt was zu bieten: „Fitness Point“. Eine App, die mit dem (sympathischen?) Schattenriß eines muskulösen Arnold Schwarzenegger-Typen aufmacht, hält was sie verspricht: Hier geht es nur um Muskelaufbau.
Die Idee:
Bis vor gar nicht so langer Zeit konnte man in Fitness-Studios verwirrte Anfänger ganz leicht daran identifizieren, dass sie mit einem Stück Papier zwischen den Geräten umherliefen und brav nach Vorgabe Ihres Trainingsplanes die Gewichte und Übungen absolvierten. „Fitness Point“ ist die deutlich lässigere Variante, sich abzuarbeiten.
Auf der Apple Watch:
Man erstellt in der App auf dem iphone seinen individuellen Trainingsplan, etwa ausgelegt für dreimal die Woche Training. Dann muss man vor Ort nur noch die App auf der Apple Watch wie beiläufig aktivieren, und die sehr adrette und übersichtliche Schaltfläche navigiert den Träger durch den Maschinenpark – inklusive Vorgabe, wie viel Gewicht man auflegen sollte und wie die Übung ausgeführt wird. Kurz beim Bankdrücken vorbeischauen, dann weiter zu den freihanteln und am Schluss noch ein paar Crunches für den Sixpack. Noch nie war der Parcours so übersichtlich, leicht verständlich abgebildet und ohne die Zettelwirtschaft, die einen als blutigen Anfänger outet.
Fazit:
Definitv die coolste Fitness-App, die es derzeit für Workout’ler gibt. Aber eben nur für Menschen, die im Fitness-Studio ernsthaft an ihrer Figur und Ausdauer und Gesundheit arbeiten wollen. Zuhause-Sportler oder Gelegenheits-Jogger können sich die app sparen.
Hier im App-Store:
https://itunes.apple.com/de/app/fitness-point-trainingsplan/id525094310?mt=8