Ja oder nein? Flaggen malen zur EM
13. Juni 2016
18 Uhr
Die EM in Frankreich ist ein guter Moment, um mal Deutschland die Daumen zu drücken. Dabei darf man erstens ganz klar Flagge zeigen (warum, steht unten im Text) und zweitens Flaggen aufmalen (wie steht auch unten) – wir haben die drei coolsten vorlagen zum Nachmalen

So, das erste EM-Wochenende haben wir hinter uns. Deutschland hat (wie immer) gegen die Ukraine gewonnen. Schweinsteiger ist wieder da, Neuer hält, Kroos begeistert, und Boateng wird in den sozialen Meiden zum bestmöglichen Nachbar aller Zeiten stilisiert. So weit, so schön.
Aber, wie immer gibt es in schönster Regelmäßigkeit auch Schattenseiten des Fußballfiebers (das sind übrigens tatsächlich jedes Mal so ziemlich die gleichen).

Brauner Abschaum:
Randalierende Verbrecher, die andere Fans niederprügeln? Ekelhaft. Wer Fußball gleichsetzt mit brutaler Gewalt und den Stadionbesuch nutzt, um seine hirnlosen nationalistischen Parolen anderen Besuchern einzuprügeln, gehört hart bestraft. Russland (wieder mal) und England wurden bereits von der UEFA ermahnt. Es ist doch so: Prügelnde Arschlöcher sind keine Fußballfans. Nationalistisches Aufmarschieren hat nichts mit Party-Patriotismus zu tun. Punkt.

Irrige Gedankenwege von linken Grünen:
Die grüne Jugend Rheinland-Pfalz richtete einen sehr eigentümlichen Appell via facebook an Fußball-Fans (Zitat):
„Nationalismus ist eine Form von Patriotismus. Wer sich als patriotisch definiert, grenzt Andere aus (...) Zur Fußballeuropameisterschaft fordern wir alle Fans dazu auf, nationalistischem Gedankengut keinen Raum zu lassen! Fußballfans Fahnen runter!“
Dem kann ich mich nun nicht anschließen. Die deutsche Flagge zu schwenken ist ja kein Aufruf zu rechtem Denken oder Handeln, und auch kein Aufruf zu Gewalt oder Rassismus. Da schießen die Grünen über’s Ziel. Ich schließe mich der Interpretation von Justizminister Heiko Maas an, der sagte, unsere Farben Schwarz, Rot, Gold stehen für unsere deutschen (pluralistischen) Werte: Einigkeit, Recht und Freiheit. Ich mochte den Jubel-Taumel der WM 2006, als an jedem Auto und in jedem Schaufenster deutsche Flaggen baumelten. Da ist nichts falsch dran, man darf seinem Team, seinem Land die Daumen drücken und dabei die Flagge hissen. Das ist von rechts außen bis links unten zu akzeptieren, ohne politisches Gedankengut hineindeuten zu müssen.


Und deswegen hier die Anleitung für die drei coolsten EM-Flaggen-Malereien für’s Gesicht.
Für alle drei Varianten sind Technik und Material gleich:
Erst „grundiert“ man das Gesicht (wie Alufelgen, bevor sie lackiert werden) mit einer UV-Schutz-Basis. Das blockt erstens schädliche Sonnenstrahlen, zweitens hält die Farbe dann besser. Unser Favorit: „Idéal Soleil mattierendes Sonnen-Fluid SPF 50“ von Vichy

Dann trägt man die Farbe auf – zwar gibt es natürlich günstige Farben in jedem Supermarkt – die qualitativ besten fettfreien Farben aber gibt’s bei „Kryolan“. Einfach mit einem Pinsel aufzutragen wie Wasserfarben in der Schulzeit, halten sie aber viel besser (verlaufen nicht so schnell, etc.) und wer will kann sogar statt Schwarz-Rot-Gelb eine goldene Farbe mit Metallic-Optik auftragen.

Und wer echt den Voll-Profi geben will, dessen Farbe maximal hält, selbst bei Verlängerung und Elfmeter: Zum Schluß ein ölfreies Fixierspray über das gesamte Kunstwerk sprayen, das sogar Hitze und Schwitzen bis zu 16 Stunden ausgleicht, so dass der Flaggen-Look maximalst gut hält.

Gibt es zB bei Douglas: „all nighter Makeup Setting Spray“ von Urban Decay


1. Der Minimalist
Funktioniert am besten mit einem breit gefächerten Pinsel, der sichtbare Schlieren hinterlässt. Einfach die farbigen Striche in einem wisch auf Stirn, Wange und Kinn, fertig.

2. Der Markante
die vielleicht sexieste Variante, da sie dem gesicht Konturen eckige verleiht.Stirn inklusive Augenbrauen schwarz ausmalen, Wangen, Augen (samt beweglichem Lid) in Rot tauchen, und der Wangenkontur wie bei einem Totenschädel folgend etwas Gelb (Gelb funktioniert bei diesem bewußt martialischem Look besser als Gold) auf die unterste Partie. Die Lippen bleiben frei. Das Gute: der farbverlauf des Gelbs kann jeder Bartform angepaßt werden und muss nicht in den Haarwuchs hineingemalt werden.

3. Der Bowie
Inspiriert von David Bowies legendärem Blitz kommt zum Schluß noch die extravagante Version, die tatsächlich mit Gold noch dramatischer wirkt als mit Gelb. Aber: Aufgrund seiner High-Fashion-Anspruches ist der blitz eher fürs Public Viewing mit Freunden geeignet. Nicht jeder besoffene Schläger im Stadium kapiert das modische Zitat und könnte beschließen, den Träger zum Opfer zu erklären. Aber sehr markanten Kerlen mit entsprechend selbstbewußtem Körperbau steht der Blitz verdammt gut – und man kann ziemlich sicher sein, als einziger damit positiv aufzufallen.