Kurz und gut: Die Macho-Frisur
11. Februar 2016
12 Uhr
Endlich den Kopf frei kriegen! Der neue Look der Stunde braucht keinen Barbier, keinen Coiffeur und keinen Maßschneider – sondern nur einen elektrischen Haarschneider. 5 Millimeter ist das Maß der Dinge! Stilhelden wie Kid Cudy und Kanye West (hier in der Front Row der Mercedes Fashion Week) machen es vor

Raspelköpfe bedeuten nicht weniger als die Abkehr vom Mainstream
Es muss einmal gesagt werden: Die Männer dieser Welt werden immer attraktiver, sehen immer besser aus. Das ist gut so. Nur leider sieht man vielen auch an, dass sie sich sehr sehr viel Mühe dabei geben. Wer seinen Bart stutz und hegt, seine Frisur legt, viel Zeit im Barbershop verbringt und mindestens drei Pomaden namentlich benennen kann, schießt vielleicht am Ziel vorbei. Gerade in den schicken Großstädten dieser Republik, München ganz vorne – Hamburg auf Platz zwei – sieht man zu viele bedacht-gewollt-gepflegte Männer. Und, auch das muss gesagt werden: Auf Dauer empfindet der Ästhet in uns das monotone Bild der überstylten Straßen-Rüden zu abgedroschen, zu langweilig, zu immergleich. Eine Blitz-Umfrage in der GQ-Redaktion fand heraus: Die Worte Barbershop, Undercut und Wetgel führen ganz aktuell zu allgemeinem Gähnen. So ist das nunmal mit Trends: wenn man sie überall sieht, langweilen sie.

Wenn der Hipster nicht mehr weiter weiß...
Ab hier wird es kompliziert und gleichzeitig ganz simpel, wenn man herausfinden will, welche Frisur gerade zum Trend wird. Denn: Der Hipster dreht sich im Kreise. Das ist das Dilemma dieser Subkultur. Hipster – in der heute verbreiteten Wortdeutung – sind Menschen, die sich bewusst nicht irgendeinem Trend verschreiben möchten oder Styles hinterherlaufen. Ein Hipster versucht, sich vom Mainstream abzugrenzen. Als Wort und Subkultur in der New Yorker Kunst- und Intelektuellenszene ihren Ursprung fanden, bedeutete das, sich möglichst schwarz anzuziehen, Sonnenbrillen zu tragen bei Tag und Nacht, und alles zu shoppen, was als Vintage durchging. Heute will sich der Hipster pauschal abgrenzen von der Masse und mixt dazu alle möglichen Modestile der letzten 100 Jahre. Und da man Hipster-Kleidung und Accessoires, von der Röhrenjeans über die Nerdbrille bis zum Jutebeutel, mittlerweile in jedem Tempel des Mainstreams bekommen kann – von H&M bis C&A – ist die Subkultur längst sinnfrei geworden. Nur dass das den Hipstern noch keiner gesagt hat.
Wenn sich Hipster also von allem abgrenzen wollen, dem Trend davonlaufen wollen, was machen sie dann jetzt? Sie rasieren sich den Kopf.

Die übertriebene Testosteron-Frisur mit schwarzer Lederjacke kombinieren, Yeezy-Sneaker dazu und fertig ist der neue Typus Mann. Einer, der so cool aussieht, dass es kracht. Und der tough-selbstbewußt ausstrahlt, wo ihn alle 2015-Hippster, Krawattenträger, Kleinstadt-Bänker und BArbershop-Liebhaber mal können.

Also bitte, werfen Sie die Motoren an – und scheren Sie die Mähne. Tough Guys reichen 5 Millimeter Haar um ein statement zu setzen!

1 Wem steht’s?
Der radikale Look betont Kopf- und Gesichtsform. Deswegen: Spitzer Kopf, rundes Gesicht? Dann lieber nicht!

2 Schnitt
Zugegeben, zum Friseur müsste man nicht unbedingt. Mit einem guten Rasierer kriegt man das auch selbst hin. Aber: Beim ersten Versuch nicht zu viel abschneiden, sonst sieht’s gleich nach Soldat aus.

3 Styling
Das Haar sollte nicht glänzen, lieber mattes Wachs verwenden. Wachs mit den Fingern in den Haaren
verteilen und mit einem groben Kamm ringsum von oben nach unten stylen.

4 Wirkung

Wenn die Konturen nicht zu kurz ausfallen und die Haarlinie weich und ungerade geschnitten
wird, hat diese -„römische“ Frisur einen verjüngenden Effekt. Kraftvoll und businesstauglich!




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