How-to im Spa
12. August 2016
12 Uhr
Männer gehen in die Werkstatt, nicht zum Wellness? Quatsch. In modernen Spas gibt es für Kerle spannende Angebote – man muss nur wissen, welche Treatments gestresste Managerköpfe und überanstrengte Sportlermuskeln wirklich runterbringen.

1. Im Fitness-Studio & Schwimmbad
Okay, zugegeben das ist jetzt mal eher für die Anfänger gedacht, die sich noch nie viele Gedanken über richtiges Schwitzen gemacht haben. Aber selbst hier kann man schon ein paar Fehler machen...

A. Niemals, wirklich niemals barfuß laufen. Nicht vom Spint zur Dusche, nicht in der Sauna und schon gar nicht im Dampfbad. Sporen von Fußpilz können nämlich monatelang auf Bodenbelägen aller Art überleben. Vor allem in Duschen fühlen sich die Fieslinge richtig wohl (Lauwarm und feucht). Und quillt die Haut durch Wasser und Hitze erstmal auf, können die Sporen besonders leicht eindringen.

B. Wer sich einen Saunagang nach dem Workout gönnt, sollte vorher duschen und sich komplett trocken legen, denn jede Restfeuchtigkeit auf der Haut verzögert das Schwitzen. Wichtig ist, dass auf den Saunabänken dann jeder Hautkontakt mit Holz vermieden wird. Also unter den Füßen, am Rücken und unter dem Hintern: Handtuch! Denn erstens können sonst alle möglichen Arten von Bakterien und Pilzen auf die Haut überspringen und sich in Körperöffnungen oder auf der Haut selbst einnisten, zweitens dringt jeder Tropfen Schweiß vom Körper in das warme Holz – und so fängt zwangsläufig früher oder später jede Sauna an zu stinken (gilt auch im eigenen Interesse für stolze Besitzer einer Heimsauna).

C. Im Dampfbad nie, egal was passiert, mit dem blanken Hintern auf die geflieste Bank setzen. Nie. Immer ein sauberes Handtuch unterschieben, sonst können ein bunter Strauß ekliger Krankheiten in den Körper eindringen. Nur so als Beispiel: Feigwarzen, Genitalherpes und Scheidenpilze sind beliebte Souvenirs aus viel frequentierten Dampfbädern.

D. Nach dem Besuch sollte man seine Handtücher bei 90 Grad waschen, ideealerweise mit einem desinfizierenden Waschzusatz (z.B. „Sagrotan Wäsche-Hygienespüler“)

E. Wer neu ist in der Sauna: Reingehen, Tür schnell schließen und Klappe halten. Andere Besucher nervt es ziemlich, wenn zwei Männer sich über ihren Job unterhalten. Wer sich nicht als Angeber und Vollprolet outen möchte, schwitzt und schweigt. Anfänger setzen sich auf untere Bänke – je weiter oben sich die Bank befindet, desto höher ist die Temperatur. Je acht Minuten in zwei Gängen genügen für den Start – nur Profis halten die heiße Temperatur länger aus.


2. Im Day-Spa & Hotel
Okay, während man im Fitnesstudio nach der Dusche praktischerweise eh nackt ist, lauern im richtigen Spa soagr modische Irrtümer auf den unbedarften besucher. Das Gute: Wer alles richtig macht, kann gleich sein date hierherlegen und mächtig punkten bei der angebeteten.

A. Vorbereitung ist alles. Was im Hotel zum Wochenendstrip logisch ist, nämlich sich vorher einzubuchen, sollte man auf jeden fall auch im Spa um die Ecke machen. Sonst könnte es peinlich werden, wenn man beim Date als Macher rüberkommen will, aber am Front-Desk scheitert, weil der Spa bereits voll ist. Auch City-Hotels, die Tageskarten für den Hotelspa anbieten haben ein (oft sehr limitiertes!) Angebot für Gäste von außen.


B. Dresscode im Spa? Generell ist alles gut, was bequem ist und lässig aussieht. Sprich: Jogginghosen und Sweater. Aber nur in dezenten Grau- oder Erdtönen und relativ neu. Ausgeleierte Achtzigerjahre-Schlübber in Neon, verwaschene Shirts sowie Adiletten bleiben bitte dort, wo sie hingehören: im Müll.
Wer in einem Spa-Hotel ab Vier-Stern-Niveau eincheckt, findet auf seinem Zimmer Bademantel und Hausschuhe vor. Darunter reicht eine Badeshorts.

C. Sollte Ihr Spa-Besuch im Ausland stattfinden, erkundigen Sie sich zuvor an der Rezeption nach den landesüblichen Gepflogenheiten. Wer in Deutschland völlig selbstverständlich nackt die Sauna betritt, könnte zum Beispiel in Frankreich, Großbritannien oder Italien damit für Lacher oder Ärger sorgen.

D. Wer ein Spa betritt, soll zur Ruhe kommen. Heißt de facto: Planenen Sie Zeit ein. Mindestens drei Stunden. Vor allem, wenn man zu zweit romantisch einen Nachmittag oder Abend im Spa verbringen will. Rein, zur Massage und in die Sauna, wieder raus – das funktioniert für Geschäftsmänner ganz gut, aber nicht für eine Auszeit mit der Frau.

E. Auch wenn das Spa-Hotel zwölf Meter Mittagsbuffet anbietet: Die extreme Temperatur in Sauna & Co. belastet den Kreislauf. Deshalb vor dem schwitzen nicht reinhauen und Schweres, Fettes essen. Komplett leer sollte der Magen zwar auch nicht sein, aber eine leichte Mehlzeit reicht, sonst kollabiert der Kreislauf schneller.

F. Wenn Sie noch nie im Spa waren, kurz die Highlights aus dem „Spa-Menü“, die man dringend mal probieren sollte:

– Shiatsu: Mit gezieltem Daumendruck auf die sogenannten Meridiane, also Energielinien, sowie sanfte Dehnungen, hilft diese japanische Behandlung, die in ein Ungleichgewicht geratenen Körpersysteme auszugleichen. Super Entspannung für verhärtete Muskeln und gestresste Businessmenschen. (Dauer normalerweise 40 – 60 Minuten)

– Pantai Luar: Vergessen Sie die olle Hot-Stone-Massage. Deutlich anregender und belebender wirkt diese indonesische Therapie mit Kräuterstempeln. Bei der Massage werden die Selbstheilungskräfte der Haut angeregt und die vermeintlich verbrannten Zellen ersetzt. Da die Stempel im ersten Moment sehr heiß sein können, sollte man nicht zu hitzeempfindlich sein. (Dauer: bis zu eineinhalb Stunden)

Shirodhara: Das vielleicht tollste überhaupt, was man in einem Spa erleben kann. Bei diesem traditionellen ayurvedischen Stirnguß wird warmes Öl langsam und stetig über die Stirn gegossen und verteilt. Dabei verliert man im weitgehend dunklen Raum jede Orientierung, gerät schnell in Tiefenentspannung und kann mentale Ansapnnungen, stress, Ängste und sogar Schlafastörungen verbessern. Ein wahnsinns Erlebnis! (Dauer: circa eine Stunde)